Los!

Einstand nach Maß für die IDM Saison 2018

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ist in die neue Saison gefahren. In der Motorsport Arena Oschersleben feierten die Zuschauer bei frühlingshaftem Wetter die Sieger sowie auch Verlierer in vier Prädikatsklassen. Unter der Leitung des neuen Serien-Promoters zeigte sich, dass die sich zuletzt in einer Talsohle befindliche Serie wieder deutlich im Aufwind ist.  

Sechs Motorradmarken nehmen in Deutschlands Top-Serie des Motorradstraßen-Rennsport den Kampf um die Meisterschaftspunkte auf: BMW, Honda, Kawasaki, KTM, Suzuki und Yamaha.

In der IDM Superbike, der höchsten Klasse, in der mit 1000 cm³-Maschinen gefahren wird, teilten sich der Belgier Bastien Mackels (Wilbers BMW) und der Ukrainer Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) die Siege in den beiden ausgetragenen Rennen. Der Name des IDM-Neuzugangs Mikhalchik liegt zwar noch schwer auf der Zunge, aber Fans sollten ihn sich merken. Der 21-Jährige gilt als Mann der Zukunft und verfügt auch über Erfahrungen auf internationaler Ebene. Sein Kommentar in punkto Superbike-Debüt auf deutschem Boden: „Die IDM fühlt sich nicht an wie eine nationale Meisterschaft, sondern ich komme mir eher wie in einer Weltmeisterschaft vor. Auch das fahrerische Niveau ist verdammt hoch.“

Teamchef Benny Wilbers war derart begeistert von der Leistung seines Fahrers Bastien Mackels, dass er ihm spontan den Wunsch erfüllte, ihm demnächst ein Wochenende mit einem Sportwagen zu spendieren. Das Besondere: In Belgien, wo Mackels zu Hause ist, muss für Edelkarossen eine Luxussteuer gezahlt werden, demzufolge hält sich der private Besitz im Land schwer in Grenzen.

Jan Halbich sorgte mit einem dritten Platz am Wochenende für Jubel bei Honda, ebenso wie Dominic Schmitter bei Suzuki. Die schnellste Yamaha wurde auf dem fünften Rang notiert. Auf ihr sitzt der zu den Titelfavoriten zählende Danny de Boer. Doch dem Niederländer war das Glück in der Magdeburger Börde nicht besonders hold. Im zweiten Lauf fiel er mit technischem Defekt aus. Lucy Glöckner, die einzige Dame im Feld und gleichzeitig einziges Kawasaki-Zugpferd holte einen achten Platz im zweiten Rennen, nachdem sie im ersten Lauf von einem Konkurrenten unsanft touchiert wurde.

In der IDM Supersport 600, der bewährten Mittelklasse mit 600 cm³ Hubraum, hat Kevin Wahr die Gesamtführung in der Meisterschaft übernommen. Er gewann das zweite Rennen. Und was wurde aus Max Enderlein, der etliche Runden geführt hatte und sich Wahr lange vom Leib gehalten hatte? Der Sieger des ersten Laufes stürzte in der allerletzten Kurve. Wahr hatte ihm kurz zuvor die Führung abgenommen. Enderlein wollte kontern, doch der Plan endete im Abseits. Kein Grund um aufzugeben. Enderlein hievte die Yamaha wieder hoch. Die Verkleidung hing an der Seite zwar in Fetzen herunter, dennoch rettete der Sachse noch den 10. Platz ins Ziel und übte damit Schadensbegrenzung.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 ging der Auftaktsieg an Maximilian Kappler. Der 20 Jahre alte KTM-Fahrer aus Oberlungwitz verwies seinen holländischen Markenkollegen Victor Steeman auf den zweiten Platz. Kappler ist einer der drei Piloten des sächsischen Freudenberg-Teams, das sich der Nachwuchsförderung verschrieben hat und in erster Linie in der 300 cm³-Weltmeisterschaft antritt. Steemans inniger Wunsch war jedoch, die die schnellen Deutschen in Oschersleben irgendwie doch noch zu besiegen. Am Sonntag setzte er den Plan in die Tat um. Jetzt führt der 17-Jährige sogar die Meisterschaft an. Für KTM ist das ein gelungener Einstand als neuer IDM-Partner.

Pole Position und zwei Siege in der IDM Sidecar: Es war das perfekte Wochenende für Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen (LCR Suzuki). Der Ex-Weltmeister mit der Startnummer „1“ aus den Niederlanden sahnte beim IDM-Auftakt der Sidecars in Oschersleben die volle Punktzahl ab. Das Podium wurde beide Male durch Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS 1 BMW) sowie André Kretzer/Björn Bosch (LCR Suzuki) ergänzt. Das Ganze ging nicht ohne zwei spektakuläre Dreher von Kretzer ab. Ansonsten wäre bei ihm noch mehr drin gewesen.

Den Fans an der Strecke wurde jede Menge Action geboten. Umrahmt wurden die IDM-Klassen durch drei weitere Cup-Rennen. Live dabei zu sein lohnt sich immer noch am meisten.

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